Mit Danielle Rohner und dem EHC Kloten an die Auswärtsspiele
Text: Wolfram Scherer
Dass Danielle Rohner Buschauffeurin werden würde, hatte sie nicht geplant. Ursprünglich war sie für die Disposition von Reisebussen zuständig. «Doch dann wollte ich sehen, auf welche Routen und wohin ich die Reisebusse losschicke», sagt sie. 1991 absolvierte sie die Busprüfung, und danach war sie 30 Jahre lang selbst Teilzeit-Chauffeurin. Während dieser Zeit hat sie viele Fahrten gemacht, und doch bleibt bei Danielle Rohner eine Zeit in besonderer Erinnerung: Während fünf Jahren war sie die feste Chauffeurin für den EHC Kloten, wenn dieser zu Auswärtsspielen antreten musste.
Wie kam sie zu dieser Position? Nachdem der EHC Kloten Team-Car seinen Standort nach Bassersdorf verlegte, konnte ich eine erste Fahrt übernehmen.» Sie machte ihre Sache gut. Denn schon bald danach schrieb der EHCK an EUROBUS «Wir würden uns freuen, wenn Danielle ab sofort unsere fixe Chauffeurin bleibt». Danielle Rohner blieb es – fünf Jahre lang.
Wichtig: Gute Laune und Interesse für Eishockey
Natürlich beherrschte Danielle Rohner das Busfahren aus dem Effeff. Für die Fahrten der harten Jungs des EHCK waren aber noch andere Qualitäten wichtig. «Gute Laune ist sehr wichtig, und natürlich sollte man sich für Eishockey interessieren.» Das tat sie. Sie fieberte bei jedem Auswärtsspiel des EHCK im Stadion mit, selbst wenn sie bei Geisterspielen – in der Corona-Zeit – ganz allein auf der Tribüne sass. Und sie war für die Mannschaft da, wenn man sie brauchte. Jeweils eine halbe Stunde vor Abfahrt beim Stadion Kloten. Wohin die Fahrt ging, spielte keine Rolle. Wobei sie auch ihre Lieblingsziele hatte. «Die Fahrt zum Ilfis-Station in Langnau habe ich gerne gemacht, sie führt durch das schöne Emmental. Und zum Parken des Busses war das Stadion in Bern ideal.»
Unterwegs mit den harten Jungs
Auf dem Spielfeld schenken sich Eishockey-Spieler nichts. Und im Bus, sind sie da immer noch die harten Jungs? Gibt es da auch Spielregeln? «Eine wichtige Regel betrifft die Sitzordnung», meint Danielle Rohner, «Die Spieler mit mehr Dienstjahren sitzen immer in den hinteren Reihen». Und manchmal ist die Stimmung bei der Hinfahrt sehr ruhig, denn jeder Spieler hat sein eigenes Ritual vor dem Spiel, besonders wenn es um viel geht. «Aber meistens», meint Danielle Rohner, «sind die Jungs für ein Spässchen aufgelegt. Da sollte man als Chauffeurin auch mitlachen können.» Und mitfeiern. Zum Beispiel bei der Siegesfeier am 20. April 2022 in den Katakomben. Und als Danielle Rohner selbst den Swiss League Meisterpokal in die Luft stemmen durfte.
Siege des EHC Kloten gab es viele während der fünf Jahre, in denen Danielle Rohner die Mannschaft gefahren hat. Und auch Niederlagen. Wie immer es ausging, meint Danielle Rohner heute, waren es spannende und erlebnisreiche Jahre, auf die sie gerne zurückblickt. Denn «Freude an der Arbeit ist das Wichtigste. Sie ist Gold wert.»


Fotos von der Manschaft und den Fans: Credits szenemagazin.ch